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Informationen √ľber H√§mapherese ‚Äď von A bis Z

Das Lambert-Eaton-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung des peripheren Nervensystems bei der die Signal√ľbertragung von der Nervenzelle zum Muskel gest√∂rt ist.
Charakteristische ist eine Muskelschwäche insbesondere in Beinen und im Beckenbereich sowie im Schulterbereich. Weitere Symptome sind Herunterhängen des Augenlids und Doppelbilder, Mundtrockenheit, gestörte Schweiß- und Speichelsekretion und Impotenz.
Es besteht eine gro√üe √Ąhnlichkeit zur Myasthenia gravis, einer klinisch vergleichbaren, jedoch weitaus h√§ufigeren Erkrankung.
In ca. 60% der Fälle tritt das Lambert-Eaton-Syndrom begleitend bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs (kleinzelliges Bronchialkarzinom) auf.
Bei der nicht krebsbegleitenden (sogenannten idiopatischen) Form des Lambert-Eaton-Syndroms kann bei unzureichendem Erfolg einer immunsupressiven Therapie die Plasmapherese eingesetzt werden.

Synonyme: Encephalomyelitis disseminata, disseminierte Enzephalomyelitis, demyelinisierende Enzephalomyelitis, Entmarkungs-Enzephalomyelitis, Polysklerose, Sclerosis multiplex, Sclerose en plaque disseminée
Multiple Sklerose ist eine entz√ľndlich-demyelinisierende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Durch das eigene Immunsystem werden Nervenfasern umh√ľllende Markscheiden und Nervenfasern zerst√∂rt. Als Folge wird die Leitf√§higkeit der Nervenzellen reduziert und die Weiterleitung von Impulsen beeintr√§chtigt oder unterbrochen.
MS tritt meist bei jungen Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.
Die Plasmapherese ist bei einem akuten Schub indiziert, wenn sich die neurologische Symptomatik unter der Steroid-Therapie nicht ausreichend bessert oder gar verschlechtert.

Die Neurodermitis ‚Äď auch atopische Dermatitis oder atopisches bzw. endogenes Ekzem genannt ‚Äď ist eine chronische Erkrankung der Haut. Starker Juckreiz und schuppende ger√∂tete Hautareale stehen bei der durch eine √ľberschie√üende Immunantwort bedingten Krankheit im Vordergrund. Bei hartn√§ckigen schweren Ekzemen kann ein Therapieversuch mittels Immunadsorption erwogen werden.

Die chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie (CIDP) ist eine immunvermittelte, chronisch entz√ľndliche Erkrankung der peripheren Nerven. Der initiale Ausl√∂ser ist nicht bekannt, u.a. scheinen Infekte, Impfungen und Operationen die immunologische Kaskade initiieren zu k√∂nnen. Durch eine Sch√§digung der die Nervenforts√§tze umkleidenden Myelinschicht kommt es zu aufsteigenden L√§hmungen und Sensibilit√§tsst√∂rungen. Neben Kortison sowie Immunglobulin-Substitution und immunsuppressiven Medikamenten kann die Immunadsorptionsbehandlung bzw. Plasmapherese als Therapieoption zum Einsatz kommen.

Mechanisches Trennverfahren, durch welches Stoffe oder Lösungen durch Fliehkraft getrennt werden können. In der Hämapherese wird die Zentrifugation zur Primärtrennung, d.h. der Abtrennung von Blutzellen vom Plasma, eingesetzt.

Siehe Diabetes mellitus

Zur Verklebung von in der Netzhaut entstandener Löcher oder Risse werden die durch Hämapherese gewonnenen Gerinnungsplättchen (Thrombozyten) des Patienten in Rahmen von Augenoperationen verwendet. Zur Gewinnung dieses Konzentrates werden  Blutplättchen durch ein spezielles Zentrifugationsverfahren aus ca. 150 ml Patientenblut (Eigenblutspende) angereichert.

W√§hrend der H√§mapheresebehandlung bzw. Spende ist stets speziell geschultes Personal anwesend. Ihm obliegt die √úberwachung des Patienten/Spenders (z.B. durch die regelm√§√üige Messung von Blutdruck und Herzfrequenz sowie EKG-Monitoring) wie auch der technischen Systeme. Die Daten werden protokolliert und in einem Qualit√§tssicherungssystem √ľberf√ľhrt.

Blutzellen bzw. Zellanteile, die wesentlich zur Blutgerinnung beitragen (Gerinnungspl√§ttchen). Ihr Fehlen kann zu St√∂rungen der Gerinnung bis hin zum Verbluten f√ľhren. Werden Thrombozyten im Knochenmark z.B. im Gefolge von Krebsbehandlungen nicht ausreichend gebildet, kann das Blutungsrisiko durch Thrombozytentransfusionen vermindert werden. Thrombozyten werden f√ľr diese Zwecke mit H√§maphereseverfahren als Spezialblutspende von gesunden Personen gewonnen.

Bestimmte schnell wachsende Tumoren (z.B. Leuk√§mien) reagieren relativ empfindlich auf chemotherapeutische Behandlungen, d.h. unter laufender Chemotherapie werden in sehr kurzer Zeit gro√üe Mengen von Tumorzellen durch die Behandlung zerst√∂rt (Tumorlyse). Dadurch werden die Inhaltsstoffe der Zellen in die Blutbahn freigesetzt und k√∂nnen zu einer h√§ufig lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung und zum Nierenversagen f√ľhren. Besonders folgende Substanzen sind f√ľr die Entstehung von St√∂rungen wichtig: Harns√§ure, Phosphat, Kalium und Kalzium. Entscheidend ist meist die Harns√§ure. Wie erw√§hnt, sie kann zu einem lebensbedrohlichen Nierenversagen f√ľhren.

K√ľnstlich durch eine gef√§√üchirurgische Operation geschaffene Querverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene des Unterarms oder der Ellenbeuge. Durch den erh√∂hten Druck in der Arterie wird die angeschlossene Vene aufgetrieben und ist damit einfacher zu punktieren. Es bedeutet aber zus√§tzliche Arbeit f√ľr das Herz und √§sthetisch auch oft unerw√ľnscht.

Knochenmarksmutterzellen, die unter bestimmten Umständen auch im Blut erscheinen und dann mit Hilfe der Stammzellapherese angereichert werden können. Stammzellen haben das Potential, sich in jegliches Gewebe (embryonale Stammzellen) oder in bestimmte festgelegte Gewebetypen (adulte Stammzellen) zu entwickeln.

Gesamtheit der biochemischen Vorgänge in einem (menschlichen) Organismus.

Erkrankungen durch Störungen des Stoffwechsels z.B. des Cholesterinstoffwechsels (u.a. Hypercholesterinämien), des Fettstoffwechsels (u.a. Hypertriglyzeridämien), des Zuckerstoffwechsels (u.a. Diabetes mellitus), des Salzstoffwechsels (u.a. Hyperkalzämien). Eine Reihe von Stoffwechselerkrankungen können durch die Hämapherese erfolgreich behandelt werden.

Die Lehre von den Flie√üeigenschaften des Blutes. Die Flie√üeigenschaften werden von den Blutzellen und der Zusammensetzung des Plasmas bestimmt (siehe Rheoh√§mapherese). Die Flie√üeigenschaften (H√§morheologie) sind entscheidend f√ľr die Durchblutung der Organe, die durch die kleinsten Blutgef√§√üe (Blutkapillaren) versorgt werden. Die optimale Durchblutung/Blutversorgung ist Voraussetzung f√ľr eine optimale Organfunktion.

Eine extrakorporale Therapie, die nicht nur die zur Verbesserung der Flie√üeigenschaften des Plasmas sondern auch des Gesamtblutes g√ľnstig beeinflu√üt. Dies wird erreicht durch die zus√§tzliche Optimierung (Anpassung) der Zahl der roten Blutk√∂rperchen im Blutkreislauf in einer Siztung.

Behandlung, die zur Verbesserung der Flie√üeigenschaften des Blutes f√ľhrt. Faktoren, die Blutflie√üeigenschaften beeinflussen: Ern√§hrung, k√∂rperliche Bewegung, Medikamente und Blutverd√ľnnung. Apparative Blutwaschverfahren, insbesondere die Plasmafiltration, werden als Therapieoption wegen der st√§rkeren Wirksamkeit zunehmend eingesetzt und unter verschiedenen Namen angeboten. Nicht nur die Blutfl√ľssigkeit sondern h√§ufig auch die Blutzellzahl werden hierbei ver√§ndert.

Als Risikofaktoren werden bezeichnet krankheitsf√∂rdernde Lebensumst√§nde wie Ern√§hrungs-, Verhaltens-, Arbeits-, oder andere Gewohnheiten, durch die die Lebensqualit√§t und gegebenenfalls auch die Lebenserwartung nachteilig beeinflusst werden. Ein wesentlicher Teil dieser Risikofaktoren wurde in statistisch aussagekr√§ftigen Untersuchungen, sogenannten Studien, ermittelt. So sind zum Beispiel f√ľr die Entstehung der Atherosklerose folgende¬† Risikofaktoren von besonderer Bedeutung:

Beeinflussbar:
‚Äʬ†¬† ¬†Erh√∂htes Gesamt- und¬† LDL-Cholesterin, erniedrigtes HDL-Cholesterin, sowie rh√∂hte Triglyzeride oder erh√∂htes Lipoprotein (a)
‚Äʬ†¬† ¬†Rauchen (insbesondere Zigaretten)
‚Äʬ†¬† ¬†Bluthochdruck
‚Äʬ†¬† ¬†Zuckerkrankheit
‚Äʬ†¬† ¬†√úbergewicht
‚Äʬ†¬† ¬†Bewegungsmangel

Nicht beeinflussbar:
‚Äʬ†¬† ¬†erbliche Dispositionen (z.B. Gef√§√üleiden in der Familienvorgeschichte)
‚Äʬ†¬† ¬†Alter
‚Äʬ†¬† ¬†Geschlecht

Bei der Photopherese wird ein Leukozytenfilm des Patienten (buffy coat ‚Äď Schicht von wei√üen Blutk√∂rperchen, vom Vollblut durch Zentrifugation getrennt) mit 8-MOPS behandelt und anschlie√üend durch UV-Licht aktiviert. Danach werden die aktivierten Leukozyten dem Patienten injiziert oder infundiert. Durch die UV-Lichtaktivierung bindet sich das 8-Methoxypsoralen irreversibel an beide Str√§nge der DNA (Erbmaterial). Die Photopherese wird beispielsweise als Therapie bei kutanen T-Zell-Lymphomen eingesetzt. Hierbei werden die photochemisch ver√§nderten (gesch√§digten) T-Zellen (eine Fraktion der Leukozyten) dem Patienten reinfundiert und damit die T-Zell-Entwicklung moduliert. Der Mechanismus solcher ‚ÄěAnti-Tumor-Interventionen‚Äú ist jedoch unzureichend erforscht. Versuchsweise werden mit diesem Verfahren auch Patienten mit Allotransplantat‚ÄďAbsto√üungsreaktion, Autoimmunerkrankungen und Colitis ulcerosa behandelt.

Zellfreie, normalerweise hellgelbe Blutfl√ľssigkeit. (Siehe Blutzusammensetzung,¬† Plasmaseparation und Rheoh√§mapherese)

Die Auftrennung (Separation) des Vollblutes in Zellen und Plasma erfolgt entweder durch Zentrifugation oder Filtration.

Durchblutung in den kleinsten Blutgef√§√üen (Kapillaren), die der Aufnahme von Sauerstoff und N√§hrstoffen sowie dem Abtransport von Stoffwechselendprodukten im K√∂rper dient. Dieses erfolgt in den kleinsten Blutgef√§√üen (Mikrokapillaren). Eine optimale Blutversorgung ist Voraussetzung f√ľr eine optimale Funktion der Gewebe und Organe. Siehe Rheologie.

siehe √úberwachung

Die Myasthenia gravis pseudoparalytica ist eine Form von krankhafter Muskelschw√§che, bei der die Muskulatur schnell erm√ľdet. Das Krankheitsbild kann an eine Muskell√§hmung erinnern; ‚Äěpseudo‚Äú steht f√ľr falsch und ‚ÄěParalyse‚Äú f√ľr L√§hmung. Die Krankheit ist aber keine echte L√§hmung. Die typische Erm√ľdung der Muskeln tritt abh√§ngig von der Belastung beziehungsweise Tageszeit in Erscheinung und kann grunds√§tzlich alle Muskeln betreffen, die der Mensch bewusst steuern kann. Meistens zeigt sich die Muskelschw√§che zuerst an den Augenmuskeln. Entsprechend sind die ersten Symptome Sehst√∂rungen v.a. mit Doppelbildern und nur teilweise oder kaum ge√∂ffneten Augen. Myasthenia gravis pseudoparalytica z√§hlt zu den sog. Autoimmunerkrankungen, deren Immunsystem gegen k√∂rpereigenes Gewebe Antik√∂rper bildet. Mit Plasmaaustauschbehandlungen oder einem selektiven Adsorptionsverfahren k√∂nnen die krankheitsverursachenden Antik√∂rper entfernt werden, was zu einer Verbesserung des Krankheitsbildes f√ľhren kann.

√Ąltestes, medizinisch wirksamstes, einzig spezifisches und wirtschaftlichstes Verfahren der extrakorporalen LDL- bzw. LDL-Cholesterin ‚Äď Elimination. F√§lschlicherweise wird der Name h√§ufig f√ľr andere Verfahren, mit denen u.a. auch LDL-Cholesterin entfernt wird, angewendet.

Cholesterinreiche Bluteiwei√üe, sog. Lipoproteine niedriger Dichte (aus dem Englischen ‚ÄěLow Density Lipoproteins‚Äú bzw. LDL), die durch Auftrennung des Blutes im Schwerefeld der Ultrazentrifuge erhalten werden. Erh√∂hte LDL-Werte, gemessen als LDL-Cholesterin, f√∂rdern die Entwicklung der Atherosklerose bzw. Arteriosklerose.

√úberschie√üende Bildung wei√üer Blutzellen (Leukozyten) im Knochenmark und deren Aussch√ľttung ins Blut. Extreme Mengen solcher Zellen ver√§ndern die Blutflie√üeigenschaften nachteilig. Unter bestimmten Voraussetzungen k√∂nnen diese Zellen mittels H√§maphereseverfahren abgesch√∂pft werden. Zur Abwendung von Blutungsrisiken sind h√§ufig Spenden von Gerinnungspl√§ttchen (Thrombozyten) und zur Vermeidung von Infektionsrisiken Spenden von Granulozyten erforderlich ‚Äď sog. unterst√ľtzende oder supportive Behandlung. Die Gewinnung von Thrombozyten und Granulozyten erfolgt durch H√§maphereseverfahren.

Leukozyten sind wei√üe Blutzellen, die vor allem f√ľr Abwehrmechanismen im K√∂rper verantwortlich sind. Leukozyten k√∂nnen mittels H√§maphereseverfahren gesammelt werden (Leukozytapherese).

Siehe Blutfette.

Im Blut werden in Wasser unl√∂sliche fettige Substanzen zusammen mit bestimmten Eiwei√ümolek√ľlen als kleine K√ľgelchen, sogenannte Lipoproteine, transportiert (‚ÄěLipo-‚Äú hei√üt ‚ÄěFett‚Äú, ‚ÄěProteine‚Äú sind Eiwei√üe). Es gibt 5 Lipoprotein-Klassen im menschlichen Plasma (Chylomikronen, VLDL, IDL, LDL und HDL), die aus historischen Gr√ľnden nach ihrem Verhalten in der Ultrazentrifuge ‚Äď und damit nach ihrer Dichte (density) ‚Äď klassifiziert wurden. LDL sind die Tr√§ger des ‚Äěschlechten‚Äú Cholesterins und HDL des ‚Äěguten‚Äú.

Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein Lipoprotein, dessen Proteinanteil aus Apolipoprotein (a) und Apolipoprotein B-100 besteht. Es ist Bestandteil der Blutfette und besitzt in seinem Aufbau eine gro√üe √Ąhnlichkeit zum LDL-Cholesterin. F√ľr kardiovaskul√§re Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall ist es als ein zus√§tzlicher unabh√§ngiger Risikofaktor anzusehen, besonders wenn hohe Spiegel im Blut vorliegen.

IDL ist eine der 5 Lipoprotein-Klassen im menschlichen K√∂rper (Chylomikronen, VLDL, IDL, LDL, HDL), die aus historischen Gr√ľnden nach ihrem Verhalten in der Ultrazentrifuge ‚Äď und damit nach ihrer Dichte (density) ‚Äď klassifiziert werden. IDL sind fetthaltige Bluteiwei√üe, sog. Lipoproteine intermedi√§rer Dichte (aus dem Englischen ‚ÄěIntermediate Density Lipoproteins‚Äú bzw. IDL), die durch Auftrennung des Blutes im Schwerefeld der Ultrazentrifuge erhalten werden. Erh√∂hte IDL-Werte bei einem bestimmten Erkrankung, gemessen als IDL-Cholesterin, f√∂rdern die Entwicklung der Atherosklerose bzw. Arteriosklerose.

Verfahren zur selektiven oder spezifischen Entfernung von Immunglobulinen (Ig) aus dem K√∂rper. Dabei wird das Blutplasma √ľber spezielle Adsorptionss√§ulen geleitet, die dem Plasma gezielt Immunglobuline (Abwehreiwei√üe) entziehen. Das Verfahren √§hnelt im Prinzip der LDL-Apherese, nur dass in diesem Fall kein LDL-Cholesterin, sondern sch√§digende Immunglobuline aus dem Blut eliminiert werden. Zur Ig-Apherese stehen verschiedene Immunglobulin-Adsorber zur Verf√ľgung.

Eiweißstoffe, die vornehmlich im Blutplasma vorkommen und zur Abwehr z.B. von Krankheitserregern dienen. Man unterscheidet aufgrund ihrer Größe und Funktion verschiedene Arten von Immunglobulinen (Ig) wie IgG, IgM, IgA, IgD und IgE. Immunglobuline können im Falle einer sogenannten Autoimmunerkrankung auch gegen körpereigene Gewebe gerichtet sein. Die Entfernung dieser krankheitsverursachenden Immunglobuline aus dem Blut ist zur Verbesserung des Krankheitsverlaufs sinnvoll. Eine selektive oder spezifische Entfernung von Immunglobulinen aus dem Patientenplasma wird mit der Ig-Apherese erreicht.

Die idiopathische thrombozytopenische Purpura ist eine erworbene Autoimmun-erkrankung, die die Thrombozyten (Blutpl√§ttchen) betrifft. Thrombozytopenie (kurz: Thrombopenie) bezeichnet einen Mangel an Thrombozyten im Blut. Es gibt zwei Formen: die akute, die vor allem Kinder betrifft und die chronische Form. Andere Erkrankungen m√ľssen vor der Diagnosestellung zun√§chst ausgeschlossen werden. Bei Thrombozytopenien besteht eine erh√∂hte Blutungsneigung mit der Gefahr spontan auftretender Blutungen.

Apparative extrakorporale (d.h. au√üer K√∂rper) Auftrennung des Blutes in seine Bestandteile (rote- und wei√üe Blutzellen sowie Gerinnungspl√§ttchen und Plasma) f√ľr Zwecke der Blutspende und f√ľr die Behandlung von Krankheiten.

s. Rheologie, s. Rheohämapherese

Fetthaltige Bluteiwei√üe, sog. Lipoproteine hoher Dichte (aus dem Englischen ‚ÄěHigh Density Lipoproteins‚Äú bzw. HDL), die durch Auftrennung des Blutes im Schwerefeld der Ultrazentrifuge erhalten werden. Niedrige HDL-Werte, gemessen als HDL-Cholesterin, gelten als nachteilig f√ľr die Entwicklung der Atherosklerose bzw. Arteriosklerose, dagegen erh√∂hte HDL Werte gelten als Schutzfaktor, da HDL u.a. ‚Äě√ľbersch√ľssiges‚Äú Cholesterin aus den Gef√§√üwandzellen entfernt und zur Leber transportiert. Der Schutz massiv erh√∂hter HDL wird z.Z. kontrovers diskutiert und ist Gegenstand der Forschung.

Akuter Verschluss einer Herzkranzarterie, meist verursacht durch ein Blutgerinnsel, mit anhaltender Durchblutungsst√∂rung des Herzmuskels und der Gefahr des t√∂dlichen Herzversagens. Risikofaktoren f√ľr einen Herzinfarkt sind u.a. zu hohe LDL-Cholesterin-Werte, Rauchen, √úbergewicht, Diabetes mellitus, arterieller Bluthochdruck und Bewegungsmangel. H√§ufig gehen dem Herzinfarkt schmerzhafte Engegef√ľhle des Brustkorbes voraus (siehe Angina Pectoris).

Als Hyperviskosit√§tssyndrom (HVS) wird ein klinischer Symptomenkomplex bezeichnet, der seine Ursache in der Erh√∂hung der Konzentration von Fetten oder unregelm√§√üige Eiwei√ük√∂rpern (Paraproteinen genannt) des Blutplasmas oder in einer extrem vermehrten Anzahl von Blutzellen hat. Durch die erh√∂hte Viskosit√§t kommt es zu einer Herabsetzung des Flie√üverm√∂gens des Blutes. Zum Hyperviskosit√§tssyndrom geh√∂ren u.a. Kopfschmerzen, Schw√§che, M√ľdigkeit, Schl√§frigkeit, Seh- und H√∂rverluste sowie Blutungsneigung.

Behandlungen und Spenden werden in der Regel unter Verwendung zweier ven√∂ser Zug√§nge durchgef√ľhrt, wobei das Blut meist aus einer Armvene zur Maschine und √ľber eine Vene des anderen Armes von der Maschine zur√ľck in den K√∂rper flie√üt. Im DHZ ist in Ausnahmef√§llen auch eine Behandlung (mit Zentrifuge) auch als Einnadelverfahren durchf√ľhrbar. Wir raten von einem k√ľnstlichen Kreislaufzugang (arterio-ven√∂se Fistel, Shunt genannt) ab (siehe Shunt).

Eine bestimmte Familie weißer Blutzellen (Leukozyten), die vornehmlich der körpereigenen Abwehr dient. Sie werden im DHZ mittels Granulozytenspende (Granulozytapherese) gesammelt und unter anderem zur Transfusion bei Patienten mit schweren Infektionen (Sepsis) verwendet.

Das Guillain-Barr√©-Syndrom (GBS) ist eine St√∂rung der Nervenfunktion, die sich √ľblicherweise als beidseitige L√§hmung pr√§sentiert. Charakteristisch sind neben L√§hmungen fehlende Reflexe und Empfindungsst√∂rungen (u.a. Taubheitsgef√ľhl).

Mechanisches Trennverfahren, durch welches Stoffe oder L√∂sungen gereinigt werden k√∂nnen. Die in der H√§mapherese eingesetzten Filter halten Molek√ľle ab einer gewissen Gr√∂√üe zur√ľck, so dass diese dadurch dem Blut entzogen werden. Die Filtration wird heute √ľberwiegend zur Sekund√§rtrennung, d.h. der Abtrennung von gr√∂√üeren Molek√ľlen aus dem Plasma, eingesetzt.

Der Begriff Elimination (Entfernung von Stoffen) bezieht sich in der Hämapherese auf Partikeln oder Zellen, die aus dem Vollblut oder Blutplasma entfernt werden.

Medizinischer Ausdruck f√ľr Zuckerkrankheit. Die Zuckerkrankheit f√ľhrt im Sp√§tstadium zu St√∂rungen der Organdurchblutung, die √ľber Ver√§nderungen der Blutflie√üeigenschaften mittels Rheoh√§mapherese¬ģ vorteilhaft beeinflusst werden k√∂nnen. So lassen sich z.B. Sehst√∂rungen und Durchblutungsst√∂rungen der F√ľ√üe (Diabetischer Fu√ü) verbessern. Voraussetzung f√ľr derartige Ma√ünahmen ist jedoch eine optimale Einstellung des Diabetes¬† zum Zeitpunkt des Beginns der Rheoh√§mapherese.

St√∂rungen der Durchblutung von Organen k√∂nnen vielf√§ltige Ursachen haben. Einige Durchblutungsst√∂rungen bei z.B. Diabetes und ‚ÄěSmall Vessel Disease‚Äú lassen sich erg√§nzend durch eine Optimierung der Blutflie√üeigenschaften mittels Rheoh√§mapherese¬ģ verbessern.

Ein Grundbaustein, der in allen Geweben des K√∂rpers vorkommt, besonders reichhaltig im Nervensystem. Der Hauptbildungsort von Cholesterin ist die Leber. Cholesterin kann aber auch aus der Nahrung vom D√ľnndarm aufgenommen werden. Der Hauptumbauort von Cholesterin ist die Leber. Ausscheidungsprodukte sind die Gallens√§uren. Erh√∂hungen von Plasma-Cholesterin k√∂nnen zu einer Ablagerung des Cholesterins in den Gef√§√üw√§nden f√ľhren und damit die Entwicklung einer Arteriosklerose einleiten und f√∂rdern. Cholesterin-tragende, unter Umst√§nden b√∂sartige Fraktionen sind vor allem das LDL und Lipoprotein (a). Sofern es mit anderen Behandlungsm√∂glichkeiten (z.B. Medikamente) nicht gelingt, ein √ľberh√∂htes Cholesterin auf die heute medizinisch als n√∂tig erachteten Werte abzusenken, kann mit Hilfe von Blutwaschverfahren (z.B. Langzeit LDL-Apherese) das Cholesterin drastisch abgesenkt werden.

Colitis ulcerosa und M. Crohn geh√∂ren zur Gruppe der chronisch-entz√ľndlichen Darmerkrankungen. Eine H√§mapheresebehandlung kann ‚Äď besonders bei j√ľngeren Patienten mit Colitis ulcerosa ‚Äď eine Verbesserung erbringen.

Bezeichnung f√ľr die im Blut vorhandenen Lipide, insbesondere Triglyzeride und Cholesterin. Fette und Cholesterin sind chemisch unterschiedliche Substanzen. Zu hohe Blutfettspiegel ‚Äď vor allem zu hohe Cholesterin-Spiegel ‚Äď f√ľhren zu vorzeitiger Atherosklerose, insbesondere wenn sie mit anderen Risikofaktoren z.B. Zigarettenrauchen, Diabetes und Bluthochdruck zusammen vorkommen.

Adsorption bzw. Anlagerung ist ein physikalischer Prozess, bei dem Stoffe (in der Regel Molek√ľle oder Partikel) auf der Oberfl√§che eines anderen Stoffes haften bleiben und damit angereichert werden. Bei der LDL-Apherese handelt es sich um LDL- und/oder Lp(a) ‚Äď Partikel, die auf der Oberfl√§che des Tr√§germaterials durch spezifische Antik√∂rper oder durch elektrostatische Ladung gebunden werden. Dieser Prozess hei√üt LDL- bzw. Lp(a)-Adsorption. Bei dem umgekehrten Prozess, der Desorption, werden die angereicherten Partikel durch √Ąnderung des chemischen Milieus wieder abgel√∂st.

Von der Zusammensetzung abh√§ngiges Str√∂mungsverhalten des Blutes. Wie andere Fl√ľssigkeiten unterliegt das Blut Str√∂mungsgesetzen (H√§morheologie). Die H√§mapherese erm√∂glicht es, das Str√∂mungsverhalten des Blutes vorteilhaft zu beeinflussen (Rheoh√§mapherese¬ģ, extrakorporale H√§morheotherapie). Dies bezieht sich im Wesentlichen auf die Durchstr√∂mung der kleinsten Haargef√§√üe (Mikrozirkulation).

Freiwillige Spende von Blut oder Blutbestandteilen gesunder Personen (Blutspender), die zur Blut√ľbertragung an Kranke (Empf√§nger) verwendet wird. Bei der H√§mapherese werden Blutspenden bzw. Spenden von Blutbestandteilen meist apparativ, d.h. mit Hilfe bestimmter Ger√§te zur Bluttrennung (sog. Blutzellseparatoren) durchgef√ľhrt.

Eine Agranulozytose ist eine starke Verminderung der Granulozyten, einer Untergruppe der wei√üen Blutk√∂rperchen (Leukozyten), auf unter 200 Zellen/¬Ķl Blut. Dies verursacht eine erh√∂hte Infektionsanf√§lligkeit. H√§ufigste Ursache einer Agranulozytose ist eine Unvertr√§glichkeitsreaktion auf bestimmte Medikamente. Seltener ist eine St√∂rung der Blutbildung im Knochenmark, zum Beispiel durch maligne Tumoren, aplastische An√§mien sowie Einnahme von Chemotherapeutika.

Bezeichnung f√ľr eine meist extrakorporal (au√üerhalb des K√∂rpers) stattfindende Blutreinigung- bzw. Blutwaschverfahren zur Elimination sch√§digender Substanzen. Die Verfahren k√∂nnen technisch sehr unterschiedlich sein (z.B. Dialyse, Zentrifugation, Filtration, Adsorption). Die meisten Blutwaschverfahren dienen der Entfernung unerw√ľnschter Blutbestandteile.

Blut ist aus Zellen und Blutfl√ľssigkeit (Plasma) zusammengesetzt. Zu den Blutzellen geh√∂ren die roten Zellen (Erythrozyten), die dem Blut die rote Farbe geben, die wei√üen Zellen (Leukozyten) und die Gerinnungspl√§ttchen (Thrombozyten). Die wei√üen Blutzellen sind sehr unterschiedlich (Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten, Stammzellen). Die Zellen str√∂men in der Blutfl√ľssigkeit (Plasma). Das Plasma ist gelb get√∂nt und enth√§lt neben den Zellen eine F√ľlle weiterer Stoffe, z.B. Lipide (u.a. Blutfette und Cholesterin), Bluteiwei√üe (u.a. Abwehrk√∂rper). Das Blut hat eine F√ľlle von biologischen Aufgaben u.a. die Versorgung der Organe mit Sauerstoff und N√§hrstoffen sowie den Abtransport von Abfallstoffen (Stoffwechselprodukte). Zellen und Plasma bestimmen die Flie√üeigenschaften des Blutes . Die H√§mapherese befasst sich mit den technischen M√∂glichkeiten der Auftrennung des Blutes.

H√§ufigste Ursache der Altersblindheit. Die Ursache des Untergangs von Nervenzellen im Bereich der Makula (Makula = Bereich des sch√§rfsten Sehens in der Netzhaut) ist nicht bekannt. Es gab bis vor kurzem keine allgemein anerkannte Behandlung. Ein Erkl√§rungsversuch f√ľr die Erkrankung ist die Annahme, da√ü sie zumindest bei einem Teil der Patienten Folge von Durchblutungsst√∂rungen ist. Auf der Basis dieser Annahme entwickelten die Professoren Borberg und Brunner an den Universit√§tskliniken K√∂ln das Konzept der Rheoh√§mapherese¬ģ bzw. extrakorporalen H√§morheotherapie gegen die trockene AMD. Eine Besserung durch die Rheoh√§mapherese¬ģ ist ‚Äď beim einem Teil der Patienten ‚Äď m√∂glich.

Der Buffy-Coat (engl. buff: lederfarben, coat: Schicht, Film), im Deutschen gelegentlich als Leukozytenfilm bezeichnet, ist die Grenzschicht zwischen roten Blutkörperchen und dem Blutplasma, die entsteht, wenn man Blut mit einem Gerinnungshemmer versetzt und zentrifugiert oder sedimentieren lässt. Der Buffy-Coat besteht hauptsächlich aus weißen Blutkörperchen und Blutplättchen, er macht nur etwa ein Prozent der Blutprobe aus.

Mit dieser Herzoperation wird f√ľr eine Engstelle (Stenose) in einem Herzkranzgef√§√ü ein Umgehungskreislauf geschaffen. Bypassoperationen sind nicht selten bei Patienten mit fortgeschrittener Arteriosklerose, z.B. im Gefolge zu hoher Cholesterinspiegel, erforderlich. Siehe im Glossar unter ‚ÄěCholesterin‚Äú und ‚ÄěRisikofaktoren‚Äú.

Altersabhängige Sehstörungen verschiedener Ursachen. Die häufigste Ursache ist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

s. Altersblindheit

Anfallsweise auftretender krampfartige Schmerz bzw. Engegef√ľhl im Bereich der Brust,als Ausdruck einer Durchblutungsst√∂rung des Herzens, meistens verursacht durch Erkrankung/Einengung der Herzkranzgef√§√üe. Bei bestimmten Patienten k√∂nnen Blutwaschverfahren (LDL-Apherese, Rheoh√§mapherese¬ģ) in Abstimmung mit einem Herzspezialisten eingesetzt werden.

Zur Antikoagulation (Blutgerinnungshemmung w√§hrend der H√§mapheresebehandlung) stehen Heparin und ACD (acid citrat dextrose) zur Verf√ľgung. Heparin wird meist in therapeutischer Dosis (2500 i.E.) vor Beginn der Behandlung als einmalige Gabe (Bolus) intraven√∂s injiziert und w√§hrend der H√§mapheresebehandlung in Erhaltungsdosis zugef√ľhrt. Zus√§tzlich wird ACD w√§hrend der Behandlung eingesetzt.

s. Arteriosklerose

Arteriosklerose (Arterienverh√§rtung) ist der Oberbegriff f√ľr eine Reihe von Arterienerkrankungen, darunter vor allem die Atherosklerose, in deren Folge es durch Wandverdickungen zu einer Verfestigung der Arterienwand mit konsekutivem Elastizit√§tsverlust und Lumeneinengung und dadurch u.a. zum Herzinfarkt kommen kann.

Die Arteriosklerose, umgangssprachlich Arterienverkalkung, ist Teil des normalen Alterungsprozesses der Arterien und kann zu Durchblutungsst√∂rungen verschiedener Organe f√ľhren. Durch sogenannte Risikofaktoren, u.a. ein zu hohes LDL-Cholesterin kann die Arteriosklerose vorzeitig und beschleunigt auftreten. Beispielsweise ist dieses bei erblichen LDL-Cholesterin-Stoffwechselst√∂rungen zu beobachten, wenn es nicht gelingt, das LDL-Cholesterin (cholesterinreiches Eiwei√ü niedriger Dichte) durch Ern√§hrungsverbesserung und Medikamente auf die Werte von Stoffwechselgesunden abzusenken. Bei Patienten mit zu hohem LDL-Cholesterin ist der Einsatz eines Blutwaschverfahrens, das spezifisch das LDL-Cholesterin aus dem Blut entfernt (LDL-Apherese), in Erw√§gung zu ziehen.

Die Atherosklerose ist die wichtigste Form der Arteriosklerose. Sie ist gekennzeichnet durch fleckige, herdf√∂rmige Ablagerungen von fettigen und fibr√∂ser/bindegewebigen Materialien (Plaques) in (der inneren Schicht) der gro√üen und mittelgro√üen Arterien vom elastischen/muskul√§ren Typ. Im deutschen Sprachraum wird eine (semantische) Trennung der Begriffe ‚ÄěAtherosklerose‚Äú und ‚ÄěArteriosklerose‚Äú nicht konsequent durchgef√ľhrt, so dass sie oftmals synonym verwendet werden.

Gegen k√∂rpereigene Strukturen gerichteter Abwehrprozess. K√∂rpereigene Gewebe werden vom K√∂rper f√§lschlicherweise als ‚Äěfremd‚Äú angesehen und angegriffen. Dieser fehlgesteuerte, √ľberschie√üende Abwehrprozess kann durch gegen den eigenen K√∂rper gerichtete Antik√∂rper (Autoantik√∂rper), Komplementfaktoren (Entz√ľndungseiwei√üe), Immunkomplexe (Verbindungen aus Abwehreiwei√üen und anderen Zellbausteinen) oder aber durch Abwehrzellen ausgel√∂st werden. Neben verschiedenen medikament√∂sen Behandlungsformen k√∂nnen den Krankheitsprozess unterhaltende Autoantik√∂rper und Immunkomplexe durch H√§mapherese aus dem Blut entfernt werden.

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